Eier färben mit Naturfarben (2014)

In meinem vorigen Artikel "Ei-Experimente: Das nackte Ei und das Osterei" habe ich ja schon beschrieben mit wie viel Freude meine Familie Ostern traditionell Eier bemalt und dass wir dabei gerne immer mal wieder etwas Neues ausprobieren. Dieses Mal wurden die Eier mit Brennnessel, Kurkuma, Petersilie, Rote Beete, roter Zwiebel, Rotkohl, Safran und schwarzem Tee gefärbt. Ergebnisse dieses spannenden Experiments kannst du auf dem Foto erkennen. Ich bin überrascht wie intensiv die Farben geworden sind und freue mich, dass sie sich von den gekauften Eiern angenehm und deutlich unterscheiden. Uns gefallen am besten: Kurkuma-, Rote-Zwiebel-, Rotkohl- und Schwarzer-Tee-Eier. Mir hat dieses Experiment Lust gemacht im nächsten Jahr weitere Möglichkeiten auszuprobieren; denn das Prinzip, das wir dieses Mal beim Färben angewandt haben, scheint prima zu funktionieren. Hast du auch Spass daran, Eier selbst zu färben, am besten mit anderen, und dabei mal etwas Neues auszuprobieren?  Dann solltest du bedenken, dass die Eier nach dem Kochen, acht Minuten, am besten ein paar Stunden in dem Sud abkühlen sollten, um eine intensive Färbung zu bekommen. Den jeweiligen Sud habe ich ca. 30 Minuten köcheln lassen; das kann ja parallel geschehen.

1. Der Einkaufszettel bzw. du benötigst

Kurkuma (ca. 5-10 g), Rote Beete (2), rote Zwiebeln (3-4), Rotkohl (4-5 äußere Blätter), Safran (5-10g), schwarzer Tee (10-15g), Haushaltsessig oder Essigessenz

Tipp: Statt einen ganzen Rotkohl zu kaufen, für den ich keine Verwendung hatte, habe ich gefragt, ob ich einfach ein paar äußere Blätter für einen Versuch haben könnte. Das war kein Problem und ich musste nichts dafür bezahlen.

Eier, möglichst Bio, möglichst weiße.

Damit du besser entscheiden kannst, welche bzw. wie viele Eier du wie färben möchtest, die Zuordnung zu dem Foto oben, im Uhrzeigersinn: Das blaue Ei wurde mit Rotkohl, das dunkelbraune mit schwarzem Tee, gelb mit Kurkuma, helbraun mit Rote Beete, orangebraun kreativ ( Brennessel + Petersilie gefiel mir nicht, deshalb noch nachträglich mit Roter Zwiebel und Kurkuma; also ein kreatives Gemisch), mit Safran, mit roter Zwiebel und dann wieder mit Kurkuma.

 

2. Die Eier vorbereiten

Zur Farbintensivierung habe ich die Eier, die ich färben wollte, ca. 5 Minuten in Haushaltsessig bzw. entsprechend verdünnte Essigessenz eingelegt. Durch die Essigsäure wird die kalkhaltige Eierschale etwas angerauht und die Farbe kann besser haften.

Die Reaktion kannst du daran erkenne, dass kleine Bläschen aufsteigen. Wenn du genauer wissen willst, was bei dieser Reaktion passiert, kannst du das in dem vorigen Artikel "Ei-Experimente: Das nackte Ei und das Osterei" nachlesen.

 

3. Den Sud herstellen

Bei den Mengen habe ich mich zum Teil an dem Artikel bzw. der Tabelle "Ostereier natürlich färben - Materialen, Rezepte und Techniken" orientiert, zum Teil aber einfach improvisiert. Hier findest du auch Ideen für weitere Farbstoffe aus Küche und Garten. Ebenso in dem Artikel "Naturfarben für Ostereier". Aber, Vorsicht, natürlich gibt es auch giftige Pflanzen, siehe z.B. den Artikel "Ostereier natürlich färben mit Pflanzenfarben".  So wird hier vom Färben mit Efeu und Kermesbeere abgeraten, da sie giftig seien und es werden nicht zugelassene Färbedrogen für Lebensmittel wie z.B. rotes Sandelholz und Krapp erwähnt.

 

Die Rote Beete und die Rotkohlblätter habe ich in kleine Stücke geschnitten und in je einem Topf in ca. 500 ml Wasser ca. 30 Minuten geköchelt. Von den roten Zwiebeln habe ich die äußeren Blätter entfernt, die man beim Kochen ja sonst gar nicht verwendet und sie ebenfalls in einem Topf in ca. 500ml Wasser ca. 30 Minuten geköchelt. Für Safran- und Kurkuma- Sud gilt die gleiche Kochzeit. 

Nach dem Kochen werden alle Sude durch ein Filter gegossen, um nur die Lösungen, ohne Feststoffe, zum Färben zu verwenden.

 

4. Das Färben

Die vorbereiteten Eier in dem jeweiligen Sud 8 Minuten kochen und dann in dem Sud abkühlen lassen. Da ich die Färbeflüssigkeiten am Tag vorher hergestellt habe und die Eier somit im kalten Wasser aufgesetzt habe, mussten sie nicht angestochen werden und sind nicht geplatzt. Nach dem Kochen habe ich die Eier einer Färbung dann vorsichtig mit dem Löffel in ein kleines Einmachglas gelegt, mit dem heißen Sud übergossen und sie darin ein paar Stunden ziehen lassen. Am besten stellst du dir vorher für jeden Sud ein beschriftetes Glas fertig.

Zum Färben findest du auch andere Angaben: Sie 20 Minuten im Sud kochen lassen, sie anschließend abwaschen bzw. abschrecken usw.. Mich hat aber überzeugt, dass beim Abwaschen die Färbung weniger intensiv wird. Laut dem Artikel "Naturfarben für Ostereier" sollen die Eier durch das Abschrecken außerdem weniger haltbar sein. Ich las beim langen Kochen verändere ein chemischer Prozess das Eigelb am Rand, sichtbar an der dunkleren Farbe, und daher sei es besser sie nur 8 Minuten zu kochen und sie stattdessen, zur Farbintensivierung, in dem jeweiligen Sud abkühlen zu lassen. Die Farbintensität der von mir gefärbten Eier hat mich begeistert, wie sie innen aussehen werde ich nach Ostern berichten.

Fazit und Ausblick

Das Färben von Eiern mit Naturfarben hat nach dem von mir durchgeführten Rezept überwiegend prima geklappt und Spass gemacht. Am schönsten finde ich die Eier, die mit Kurkuma, Rotkohl, roten Zwiebelschalen und schwarzem Tee gefärbt wurden. Das Färben mit Brennnessel und Petersilie fand ich vom Ergebnis enttäuschend. Im nächsten Jahr möchte ich gerne noch schöne Rot-und Grüntöne versuchen. Informationen zu den von mir verwendete Naturstoffen werde ich noch ergänzen. Ich will den Artikel aber gerne noch so rechtzeitig veröffentlichen, dass du noch, wenn du magst, für Ostern deine eigenen Versuche machen kannst. Viel Erfolg!

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Kommentare: 1
  • #1

    Peter Lucke (Montag, 16 März 2015 20:40)

    Kann ich nur Empfehlen....alles gut.